CVJM Familienarbeit Mitteldeutschland e.V.

 

Unser Verständnis von Familie

 

a) Die Idee einer familienbewussten Gesellschaft

Unsere Vision ist eine familienbewusste Gesellschaft, in der Familien als Begegnungsort der Generationen in Verantwortung füreinander selbstständig und sinnerfüllt ihr Leben gestalten, in der Gesellschaft ihre Interessen vertreten und aktiv an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen Anteil nehmen.

 

b) Grundlagen unseres Handelns

Die Familie ist eine Form des Zusammenlebens, in der die personale Entfaltung des Menschen einen optimalen Rahmen findet. Hier entwickeln sich Persönlichkeiten mit einem eigenen Wertgefühl, erfahrenem Vertrauen und gefestigter Identität.

Familie prägt das Erleben von Partnerschaft und Individualität, Gleichberechtigung und Solidarität, Liebe und Disziplin. Wir verstehen deshalb unter Familie eine auf Ehe, Abstammung oder Ausübung der elterlichen Sorge gegründete dauerhafte Verbindung von Personen.

Die Orientierung bei der Suche nach gangbaren Wegen und lebbaren Antworten ist für uns der christliche Glaube, der in der biblischen Botschaft von Jesus Christus wurzelt. Daraus ergibt sich das christliche Menschenbild, das die Grundlage unserer Arbeit bildet. Für uns ist der Mensch Gottes Geschöpf, dem er sich immer wieder neu zuwendet. Das macht Leben wertvoll und begründet die Würde des Menschen, für deren Schutz wir uns vorbehaltlos einsetzen.

 

c) Die Ergänzung der Geschlechter

Im familialen Zusammenhang wird das Zusammenspiel der Geschlechter sichtbar. Ohne Mann und Frau gibt es keine Kinder. Ohne Kinder ist die Beziehung keine Familie.

In der Begegnung und Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem jeweils anderen Geschlecht wird das rationale und emotionale Erfassen des Mitmenschen und der Umwelt möglich und es kommt über Lernprozesse hin zu einem besseren geschlechtsspezifischen Rollenverständnis.

In der Begegnung der Geschlechter liegt aber auch die Quelle generativen Fortbestehens. Deshalb unterstützen wir Menschen besonders, die sich dieser familialen Herausforderung stellen.

 

d) Das Solidaritäts-Prinzip

Gegenseitige Unterstützung ist das Grundprinzip familialen Zusammenlebens und gleichzeitig zentrale Säule unseres demokratischen Staatssystems. Familie ist somit soziales Lernfeld für gelingende Beziehungen und Solidargemeinschaft. Deshalb setzen wir uns ein, dass dieses Prinzip der Unterstützung erhalten und in struktureller, ideeller und materieller Hinsicht ausgebaut wird.

 

e) Die Bewusstseinsbildung und Wertevermittlung

Familie ist Träger von Traditions- und Kulturgut. Nur in der Begegnung und Auseinandersetzung mit geschichtlichen Ereignissen und Biografien kann eine Bewertung gegenwärtiger Situationen und künftiger Entwicklungen passieren. In der Begegnung der Generationen wird eine authentische Auseinandersetzung mit Normen, Werten und Gewohnheiten ermöglicht. Deshalb fördern wir Formen und Methoden, die der Bewusstseinsbildung und Wertevermittlung dienen.

 

f) Die Grundhaltung von Familienbildung

Familie ist Abbild der Situation der Gesellschaft. An Befindlichkeit, Zusammenhalt und Krisen der familialen Situation lassen sich Rückschlüsse auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen ziehen. Geht es der Familie gut, geht es der Gesellschaft gut. Wir leisten als CVJM Familienarbeit einen unverzichtbaren Dienst zur Unterstützung der Familien. Wir sind dort, wo Familien sind. Wir sind unterwegs und suchen mit unseren Angeboten Zugangswege in die Regionen und Milieus.

 

Umsetzung

Der Verein wir von Einzelmitgliedern (natürliche Personen) und Institutionen (juristische Mitglieder) getragen. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und verantwortet mit Unterstützung des Geschäftsführers die Arbeit.

Die Umsetzung dieser konzeptionellen Ausrichtung einer Landesweisen Familienbildungsarbeit wird mit einem Team von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand organisiert. Das Spektrum erstreckt sich über Bildung, Beratung, Begleitung, Begegnung und Bildung von Familien und Multiplikatoren.

Der Verein ist Träger des Familienzentrums „faz halle“ und ist in verschiedenen Projekten in der Stadt Halle vertreten. Durch seine Mitgliedschaft in der LAGF ist er familienpolitisch engagiert und gleichzeitig durch die Mitgliedschaft in der Diakonie Mitteldeutschland und dem CVJM Landesverband Sachsen–Anhalt im sozialen und kirchlichen Umfeld tätig.

Finanziell wird die Arbeit von öffentlichen und kirchlichen Zuschüssen, Projektmitteln, Spenden, Teilnehmerbeiträgen und sonstigen Einnahmen getragen.